BRAVO bietet multimediale Hepatitis-C-Aufklärung in Drogenberatungsstellen

Das Portal für die Suchthilfe: Gemeinsam für ein Leben ohne Hepatitis C

BRAVO AUF EINEN BLICK

  • Animiertes Erklärvideo und interaktive App zur Hepatitis-C-Virusinfektion
  • Vertonung und Untertitel in sieben Sprachen:
    • Deutsch
    • Englisch
    • Russisch
    • Polnisch
    • Türkisch
    • Arabisch
    • Farsi
  • Die Filme können jederzeit online abgerufen werden und stehen im Service-Bereich zum Download zur Verfügung
  • Monitor und Tablet werden von Gilead für 18 Monate zur Verfügung gestellt

„Die Hepatitis-C-Virusinfektion ist für drogenkonsumierende Menschen eigentlich ein wichtiges Thema. Leider wird es aber oft sehr stiefmütterlich behandelt, da die Hepatitis C meist nur schleichend voranschreitet und am Anfang selten akute Symptome aufweist.“ – Stephan Ketzler

Stephan Ketzler arbeitet in der Beratungsstelle ABRIGADO von Freiraum Hamburg e.V. und kennt dieses Dilemma nur allzu gut. „Im Alltag der Klienten rangieren Gesundheitsthemen eher auf den hinteren Plätzen der Dringlichkeitsliste“, weiß Ketzler aus Erfahrung. Ganz oben stehen der Konsum, Anträge auf Sozialleistungen, Beratung in juristischen Angelegenheiten und andere überlebenswichtige Themen. Für Gespräche über die Hepatitis C bleibt nur wenig Raum und Zeit. Gerade hier setzt das Kooperationsprojekt mit Gilead an.

BRAVO – das ist ein mehrsprachig aufbereitetes Informationsangebot zur Hepatitis C. Es besteht aus einem Erklärvideo (inklusive Untertiteln), das auf einem mobilen Fernsehmonitor läuft, sowie einer interaktiven Variante, die als App auf einem Tablet installiert ist. In beiden Versionen geht es um die Übertragungswege der Virusinfektion, um Symptome und Langzeitfolgen, um Diagnostik und Therapie. Bei der App kann zwischen den Inhaltskapiteln navigiert werden. Zudem enthält sie einen Fragebogen, der den persönlichen Gesundheitsstatus und die medizinische Anbindung der User*innen erfasst. Erstmals wurde BRAVO im März 2019 im Münchner Condrobs Kontaktladen Limit angeboten. „Die iPads werden bei individuellen Gesprächen mit den Klienten genutzt, der Fernsehmonitor mit den Erklärfilmen meist bei besonderen Aktionen“, sagt Olaf Ostermann, der Leiter der Einrichtung. „Man muss das Thema bewusst setzen, und das gelingt am besten, wenn wir parallel beispielsweise eine HIV/HCV-Testwoche veranstalten.“ Für ihn ist dabei wichtig, dass der Film über Untertitel verfügt: „Wenn sich in der Beratungsstelle 70 Personen aufhalten, dann kann man nicht den Ton laufen lassen, aber dennoch jeden Interessierten erreichen.“

Eine andere Strategie fährt Stephan Ketzler. Er räumt dem Monitor einen Dauerplatz im Café der Hamburger Beratungsstelle ein und lässt den Film kontinuierlich laufen. „Menschen, die Drogen konsumieren, verdrängen oft Dinge, die sie eigentlich interessieren sollten. Der Monitor und der Film erregen Aufmerksamkeit“, so Ketzler. Weiter schätzt er an BRAVO, dass die Inhalte „sehr bildhaft, allgemeinverständlich und auf Augenhöhe vermittelt werden.“ Die verschiedenen Sprachversionen runden das Bild für ihn ab: „Wir haben viele Klienten aus dem Baltikum, aus Russland und dem arabischen Raum. Ihnen können wir mit BRAVO wichtige Informationen in einer ihnen vertrauten Sprache bieten.“

STEPHAN KETZLER

ist examinierter Krankenpfleger mit einer Zusatzausbildung als Wundexperte und arbeitet seit 15 Jahren im ABRIGADO von Freiraum Hamburg e.V.. Er leistet klassische Konsumraumarbeit und ist vor Ort für das Projekt BRAVO verantwortlich.

OLAF OSTERMANN

ist Diplom-Sozialpädagoge und leitet die Condrobs Kontaktläden off+ und limit in München. Darüber hinaus ist er stellvertretender Geschäftsführer des Bereichs „Angebote für Ältere und niedrigschwellige Hilfen“ bei Condrobs.

BRAVO ist nicht das erste Projekt, das Gilead unter anderem bei Condrobs in München initiiert hat. „Das Disease Awareness Team hat auch schon eine Hepatitis-C/HIV-Fortbildung für unsere Mitarbeiter bei uns durchgeführt, die sehr gut angekommen ist“, berichtet Ostermann. Er begrüßt das Firmen-Engagement ausdrücklich, gerade im Sinne der Hepatitis-C-Virus-Infektion-gefährdeten und bereits betroffenen Suchtpatient*innen. „Noch vor wenigen Jahren – selbst als die neuen, direkt antiviralen Arzneimittel eingeführt wurden – war es für unsere Klienten sehr schwierig, an eine Behandlung zu kommen“, erinnert sich Ostermann. „Wir freuen uns daher sehr, dass sich ein Unternehmen wie Gilead für Menschen mit Suchterkrankung interessiert und etwas für sie bewegt.“ Die Aufmerksamkeit für diese Zielgruppe, Akzeptanz und Verständnis hätten zugenommen und auch der Zugang zur Therapie sei mittlerweile einfacher geworden. Die Videos werden auch auf der Website www.meine-leber-und-ich.de zur Verfügung gestellt, so dass Klienten*innen aber auch interessierte Drogenhilfseinrichtungen auf diese jederzeit zugreifen und diese nutzen können. Bis zur Eliminierung ist es noch ein weiter Weg – mit jeder Einrichtung, die sich an Aktivitäten zur Verbesserung der Versorgung beteiligt, rückt dieses Ziel näher.

„BRAVO kann dazu beitragen, die Versorgung der Menschen mit chronischer Hepatitis C zu verbessern – einfach, weil der Film aufklärt und zum Handeln anregt.“ – Stephan Ketzler

BESTEHT INTERESSE AN BRAVO?

Derzeit sind leider alle BRAVO Projektplätze besetzt, dennoch kann jede interessierte Organisation teilnehmen. Jede Einrichtung kann das Erklärvideo auf meine-leber-und ich.de auch auf mobilen Geräten wie Smartphones etc. nutzen und einsetzen. Zusätzlich stehen die Videos im Service-Bereich zum Download zur Verfügung.

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